Die Doom-Spirale (Matthias Horx)

von Matthias Horx

Future Bias – oder wie wir die „Doom-Spirale” überwinden können

Dieser Text stammt aus der Zukunfts-Kolumne von Matthias Horx:
www.horx.com/die-zukunfts-kolumne

Siehe auch: www.zukunftsinstitut.de

Über das weitverbreitete Apokalypsegefühl und die Pflicht zur Zukunfts-Zuversicht

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis treffe ich derzeit auf ein Phänomen, das mich an meine Jugend in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erinnert: die „Doom-Spirale“. Es sind oft kluge, intelligente, empfindsame Menschen, die ihr Leben lang für Veränderung, Wandel, Fortschritt eingetreten sind, die jetzt die Flinte ins Korn werfen – um ein altes Sprichwort aus Jägerzeiten zu bemühen (oder waren es Kriegszeiten?).

Die Doom-Spirale führt dazu, dass man sich in eine zunehmende Negativität, ein Untergangsgefühl, einspinnt wie in einen Kokon.

  • Die Welt geht dem Ende zu, das sieht man doch überall.
  • Man kann ja sowieso nichts machen, der Planet ist kaputt.
  • Die Menschheit ist verrottet.
  • Die Zivilisation wird untergehen.

Der dunkle Kern der Doom-Spirale besteht in der Zukunftslosigkeit. Es gibt nichts mehr, worauf wir hoffen können. Wofür wir uns einsetzen wollen.

Moment, möchte ich dazwischenrufen. Seht ihr nicht, dass ihr betrogen werdet? Dass ihr einer Fata Morgana, einer fälschenden Spiegelung anheimgefallen seid, wie Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer in der Wüste Nirgendwo? (Boomer wissen, dass gleich Tur Tur, der Scheinriese, um die Ecke biegen wird, der sich erst als furchterregend, dann als höflicher teetrinkender englischer Gentleman erweist).

Wisst ihr nicht, dass unser Erregungs-Medien-System aus unseren Angst-Reflexen unentwegt Aufmerksamkeitsvorteile generiert? Alles muss skandalisiert, polarisiert, katastrophiert, übertrieben, zerlegt, zerstritten werden. Wenn eine Talkshow nicht mindestens mit der totalen Verarmung, dem Sterben aller Tiere und mit demnächst-100-Prozent für die AFD droht, wird sie gar nicht erst angesehen. Wenn die Haus-Preise hochgehen, ist es eine Katastrophe. Wenn sie runtergehen, steht der Untergang der Mittelschicht bevor. Der Staat soll alles regeln, aber auf keinen Fall irgendetwas klären. Deutschland ist unentwegt kaputt, alles ist am Ende. All diese Katastrophierung bringt Aufmerksamkeit, Erregung. Anzeigenumsätze. Aber ist es die Wirklichkeit?

Wonach sind wir geradezu süchtig, so dass wir es uns ständig irgendwie reinziehen müssen? Nach dem Negativen. Gefährlichen. Abstürzenden. Skandalösen. Mörderischen. Dem hemmungslos Übertreibenden. Hysterischen. Nichtgelingenden. Dem, was geradewegs in den Untergang führt.

Eben, sagen meine klugen apokalyptischen Freunde. Daran sieht man ja, dass alles verrottet. Dass wir uns in einem Zustand der Selbstauflösung befinden.

Ich versuche dann, der Untergangs-Melancholie mit positiven Informationen entgegenzuwirken.
Wusstet ihr, dass sich die bittere Armut auf der Welt in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als halbiert hat? Dass derzeit weltweit JEDEN TAG so viele Solar- und Windenergie-Anlagen installiert werden wie 2013 in einem ganzen Jahr?

Schon ernte ich ein mildes Lächeln. Aber dieser Superclown Trump wird die nächsten US-Wahlen gewinnen…

Seht ihr nicht, dass die Demokratie sich zwar in einer Krise befindet, dabei aber auch viele Gegenkräfte entstehen? Autokraten sind nicht überall im Vormarsch, im Gegenteil, im letzten Jahr haben sich in vielen Ländern demokratische Rechte weiter durchgesetzt (die wir aber nicht auf dem Schirm haben).
www.theguardian.com/world/2023/

Wusstet ihr, dass allein in diesem Jahr der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland um rund 15 Prozent steil nach oben gegangen ist und weiter steigt – OBWOHL, oder vielleicht gerade WEIL, die Wärmepumpen-Hysterie tobte? Dass China so unfassbar viel in erneuerbare Energien investiert, dass es wahrscheinlich 2030 seinen Carbon Peak, den Gipfel seiner CO2-Ausstöße, erreichen wird?

Dass sich die Weltgemeinschaft auf erstaunliche Naturschutzziele geeinigt hat – auf gigantische neue Meeres- und Landschutzgebiete?

Noch mehr mitleidiges Lächeln. Die Chinesen bauen doch nur Kohlekraftwerke…

Haben wir uns jemals darüber gefreut, dass derzeit wieder 25.000 Blauwale durch die Meere ziehen? Dass so gut wie alle Wal-Arten sich wieder stabilisiert haben, gerettet wurden, weil wir uns als Menschheit tatsächlich darauf einigen konnten, den Walfang einzustellen?
Haben wir das jemals wahr-genommen?
Könnte das nicht auch für die CO2-Frage gelten? Am Anfang scheint es unmöglich, aber dann schaffen wir es doch…?

Den statistikaffinen Freunden empfehle ich den „Global Ignorance Test“ von Ola Rosling, der den Trotzdem-Fortschritt der Menschheit im Kontext der GLOBAL GOALS der Vereinten Nationen erklärt (www.gapminder.org). Oder die Website www.ourworldindata.org, die ein komplexes, realistisches Bild der generellen Veränderungen auf diesem Planeten liefert. Zum Beispiel zeigt sie, wie sich die Weltbevölkerung stabilisiert (ourworldindata.org/population-growth). Oder die australische Constructive-News-Website FUTURE CRUNCH (futurecrunch.com), auf der man alles lesen kann, was in den Redaktionen der Welt als „zu positiv, liest keiner“ in den Papierkorb geworfen wird…
Achselzucken.

Das Positive ist immer unsichtbar

Die Liste des Positiven ist lang, trotz allem unabweisbar Schlimmen. Nur:
Es interessiert niemanden.
Kein Empfang unter dieser Nummer.
Japan macht ja immer noch Walfang.
Und willst Du etwa die Klima-Apokalypse leugnen?

Wenn ich ein bisschen zynisch drauf bin, nenne ich das manchmal das Apokalyptische Spießertum. Die Untergangs-Komfortabilität. Man richtet sich bequem im Keller der Zukunftslosigkeit ein. Schaut ein paar Zombiefilme. Und hat es immer schon gewusst.

Ich habe diesen Untergangs-Genuss in meiner Boomer-Jugend in den 80ern selbst genossen. Als in Deutschland die Nachrüstungsdebatte tobte, die Atomkraftwerke noch tödliche Strahlung aussandten (wie sehr haben wir triumphiert, als wir 1986 Recht bekamen: Tschernobyl!). Als in den Flüssen noch Schaumberge schwammen, in der damaligen ENDZEIT, war alles sehr intensiv. Die Punks kamen mit ihrer „No Future“ Parole gut an. Umso mehr musste – oder konnte – ich mich dann wundern, dass die Welt im Kalten Krieg nicht unter-, sondern in eine ganz andere Richtung ging.

In eine erstaunliche Richtung.

Das war damals etwas anderes, sagen meine Doomsday-Freunde.
DIESMAL wird es klappen!
Diesmal fährt die Welt tatsächlich gegen die Wand.
Diesmal ist tatsächlich alles zu spät!
Endgültig.
Wir werden Recht gehabt haben.

Future Bias

Ich fürchte, es geht in Sachen Zukunft längst nicht mehr um „Informationen“. Es geht auch nicht um Wirklichkeit und „Realität“. Es geht um das innere FRAMING. Um die mentalen Fenster, durch die wir in die Welt schauen.

Wir FRAMEN die Welt mit Katastrophen. Und dann sehen wir durch diesen Tunnel in die Zukunft. Und was sehen wir: noch mehr Katastrophen. Größere Katastrophen. Das ist die „Availability-Bias”: die Verfügbarkeits-Verzerrung. Wir glauben an die Plausibilität dessen, was als „drastisches Bild“ am schnellsten verfügbar ist. Immer weiter gesteigerte Katastrophen, bis auch der Himalaya überschwemmt wird (mit diesem Trick ist Roland Emmerich ein Regisseur-Star geworden).

Der Begriff „Availability Bias” geht auf die Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahnemann zurück, die ihn 1973 prägten. In ihrer Arbeit zeigten sie damals, dass Menschen dazu neigen, die Eintrittswahrscheinlichkeiten eines Szenarios zu überschätzen, wenn sie sich dieses leicht vorstellen oder sich daran erinnern konnten.

Nehmen wir das Wetter. Auch früher gab es Hitzeperioden. Man schwitzte, und in den Krankenhäusern oder Altersheimen starben alte Menschen. Das war aber keine Tagesschau-Meldung. Bereits in meiner Kindheit kam es zu „Sintfluten“: Im Süden Europas und wurden Dörfer, Städte, Straßen überschwemmt, Keller liefen voll, Autos trieben durch die Straßen. Im amerikanischen Westen tobten Tornados. Nur waren damals noch nicht so viele Kameras aufgestellt, die das „Wetter“ filmten. Und Kommentatoren zur Stelle, die das Ganze als ZEICHEN DES KOMMENDEN interpretierten. In den Nachrichten kam so etwas höchstens unter „weitere Ereignisse“ vor.

Jetzt sind in München 36 Grad, und die Medien überschlagen sich mit TÖDLICHE-HITZE-Schlagzeilen. Und Tipps, wie man die „Höllenhitze“ überleben kann.

„Gewitterfront zieht über die Schweiz – 90 000 Blitze bis zum frühen Morgen.“

Hätte irgendjemand vor zehn, zwanzig, hundert Jahren Blitze gezählt? Und aus einer Gewitterfront eine Titelseite gemacht?
Der KONTEXT von Wetter ist jetzt die „Klimakatastrophe“. Und das codiert ein solches Ereignis völlig anders: Gewitter ist gleich Anzeichen des kommenden Untergangs. Aha. Auf diese Weise begeben wir uns wieder in einen inneren Harmoniezustand. Wir wissen Bescheid!

Vor acht Jahren war es in der Stadt, in der ich lebe, volle zwei Wochen lang über 40 Grad heiß. Damals war die Klimakatastrophe noch ein Minderheitenthema. Es war die Zeit der „Flüchtlingskrise“. Die „Wahrheit“ über die Hitze war, dass sie „importiert“ war. Es war „drückende Hitze aus Afrika“.

Vor 20 Jahren, 2003, wurde ich in meiner Ferienwohnung in einem mitteleuropäischen Waldgebiet Opfer einer fürchterlichen Flutkatastrophe, die tausende von Menschen obdachlos machte und auch Todesopfer forderte. Es war in der Tat ein apokalyptisches Ereignis, von dem ich heute noch manchmal Albträume habe. Bei Recherchen kam ich darauf, dass die Hochwasser in dieser Region im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch höher gewesen waren. Damals waren die Regionen aber noch viel weniger besiedelt, es gab keine Ferienwohnungen, und kaum Straßen. Wenn jemand ertrank, wusste das so gut wie niemand.

Im 12. Jahrhundert erfasste eine riesige Flut, die „Grote Mandränke“, das damals noch viel größere Schleswig-Holstein und schlug die Westküste in Stücke. Ungefähr 50.000 Menschen starben. So entstand die nordfriesische Insellandschaft, unter anderem die Reichen-Insel Sylt, auf der heute „schon wieder“ die Steilküste abbröckelt.

Damit will ich nicht den menschengemachten Klimawandel verharmlosen oder leugnen. Im Gegenteil. Es geht mir darum, wie unser MIND alles in eine Art katastrophische Bedeutung codiert. Und daraus eine Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung entsteht, die unsere Doom-Spirale unentwegt antreibt.

Meine Vermutung ist, dass wir uns durch die ständige Untergangs-Übertreibung vor der Kontingenz der Welt, ihrer chaotischen Unberechenbarkeit schützen wollen. Wir erreichen nie ganz die Ziele, die wir im Leben erwarten. Ständig können uns schreckliche Dinge ereilen. Wir können krank werden. Verlassen werden. Sterben. Das Risiko dafür ist ziemlich hoch, nämlich 100 Prozent. Das Apokalyptische bringt wieder Ordnung in diese Hilflosigkeit. Ordnet alles in einen Gesamtzusammenhang.

„Die Natur rächt sich an uns!“ ist ein Standardsatz meiner apokalyptischen Freunde.
Strafe muss sein.

Weltuntergangsdrohungen führen jedoch, das sehen wir immer wieder, nicht zu Wandel. Sondern zu einer „pessimistischen Genugtuung“. In der wir steckenbleiben wie in einem zähen Morast.

Die Hysterese

Hysterese, auch Hysteresis („Nachwirkung“; griech. hysteros (ὕστερος) „hinterher, später“), ist eine Wirkung, die verzögert gegenüber einer Änderung der Ursache auftritt. Der Begriff bezieht sich zunächst auf technische Steuerungs-Systeme. Etwa auf Thermostatsteuerungen einer Heizung. Die Temperaturen der Wohnung laufen den Sollwerten der Heizung immer hinterher. Daraus kann eine Interferenz entstehen, die das System in eine bestimmte Richtung „aufschaukelt“.

In der Systemsprache formuliert, handelt es sich bei Hysterese um ein Verhalten der Pfadabhängigkeit. Das System kann bei gleicher Eingangsgröße einen von mehreren möglichen Zuständen einnehmen. Auf die Gesellschaft übertragen heißt das: Erschütterungen, Krisen, Schocks können langfristige Nachwirkungen haben, die sich in einer Eigendynamik verselbstständigen.

Warum funktioniert NACH Corona irgendwie alles nicht mehr so wie im „Alten Normal“? Die Handwerker kommen nicht mehr. Ständig geht irgendwas kaputt. Daten auf Handys verschwinden. Man vergisst dauernd etwas. Verspätungen türmen sich. Leute sind nicht mehr zu erreichen. In Behörden und Krankenhäusern herrscht andauernder Nervenzusammenbruch. Flugzeuge bleiben auf dem Vorfeld stehen, Züge auf offener Strecke. Irgendwie ist „der Wurm drin“, in allen früheren Routinen und Selbstverständlichkeiten.

Es liegt womöglich daran, dass wir in eine gesellschaftliche Hysterese geraten sind.
Corona hat uns „traumatisiert“, weil das Virus uns drastisch darauf hingewiesen hat, dass die Welt unsicher ist. Diese Erfahrung übertragen wir – unbewusst – auf die Wirklichkeit. Wir über-reagieren in vielen Situationen. Wir agieren mit erhöhter Gefahren-Reaktanz. Wenn irgendetwas nicht klappt, geraten wir in einen Panik-Schwurbel. Dadurch schaukeln sich kleine Unwuchten, Fehler, die früher leicht kompensiert werden konnten, immer weiter auf.

Der Passagier drückt die Notbremse, wenn das Klo verstopft ist.
Flugreisende kommen 4 Stunden früher zum Flughafen, falls etwas beim Gepäckband schiefgeht, und verstopfen die Gänge.

Viele Leute sind ständig wütend und verhalten sich eskalierend.
Wenn Menschen verunsichert sind, übertreiben sie ihre Reaktionen auf Störungen. Es reicht, wenn nur einige ausrasten, um laufende Systeme zu chaotisieren. Das gilt für den Zugverkehr, das Gesundheitswesen, den Straßenverkehr, die Demokratie. Unwuchten schaukeln sich hoch, wenn wir uns nicht mehr beruhigen können.
Das nennt sich chaotische Selbstverstärkung.

Gesellschaften können in eine lang andauernde Hysterese fallen. Das begründet zum Beispiel die Zähigkeit totalitärer Diktaturen. Der Korea-Krieg vor 70 Jahren führte in Nordkorea zu einer hermetischen, totalitären Gesellschaft, die aus den Traumata eines brutalen Krieges entstand. Das Trauma führte zu einer „hysteresen Evolution“, aus der es kein Entrinnen mehr zu geben scheint.

Ähnlich kann man die Entwicklungen in Russland verstehen: Eine Gesellschaft, die IMMER an ihren Revolten scheiterte, IMMER vom nächsten Despoten tyrannisiert wurde, kaum eine starke Zivilgesellschaft bilden konnte, entwickelt als Grundzustand die lügende Paranoia. Und Paranoia ist ein sich-selbst-erzeugendes System.

Wenn man Krieg führt, bestätigt man damit die Grundannahme, dass überall nur böse Feinde lauern.
Man PRODUZIERT Feinde.
Diese werden sich in Selbstdefinition wieder als Opfer einspeisen…
Und so weiter.
Doom-Loop auch hier.

Lob der Enttäuschung

„Was wir sehen“, sagt der US-Autor Musa Al-Gharbi in seinem Buch We have never been woke, „ist ein sich selbst verstärkender negativer Zirkel. Ein DOOM LOOP, in dem Zynismus und Verzweiflung oft Nihilismus entstehen lassen, und Menschen kosmetisch-radikale Positionen einnehmen, weil sie im Grunde NICHTS mehr tun. Zynismus erodiert jene Arten von Verhalten, die öffentliches Vertrauen wachsen lassen, was wiederum unsere Kapazität unterminiert, tatsächlich Wandel zu erreichen. Wenn wir alle Probleme der Welt lösen wollen, überfordern wir uns ständig, und wir lösen kein einziges mehr.“

Wie entkommen wir dieser Negativ-Spirale, die uns in die Hysterese treibt?
Ich schlage vor, dass wir uns bewusst ENTTÄUSCHEN lassen.
Das klingt paradox. Ist Enttäuschung nicht etwas Negatives?
Vielleicht nicht. Der Untergangs-Glaube hängt ja vor allem damit zusammen, dass wir GEWOHNTE ANSPRÜCHE nicht loslassen können.
Wir wollen, dass alles immer so weitergeht.
Ohne Störungen.
Ganz perfekt.

Ich mache die Erfahrung, dass ein verblüffender Effekt entsteht, wenn ich etwas LOSlasse, auf das ich mich früher schrecklich angewiesen fühlte. Wenn ich weniger Fleisch esse, schmeckt das Fleisch besser. Oder das Gemüse wird plötzlich lecker. Man überlebt den Verlust, und STAUNT. Verzicht kann einen Möglichkeitsraum eröffnen. Und uns von Illusionen befreien, an denen wir festklammerten.

Wer es wirklich schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, kennt das.
Wer wieder lernt, an die Zukunft zu glauben, auch.

Tara Isabella Burton schreibt im ATLANTIC:
Eine Möglichkeit, aus dem „Doom Circle“ herauszukommen ist, sich wieder auf „Das Berühren des Grases“ zu beziehen („touching grass“). Das heißt, sich wirklich mit der Wirklichkeit, dem KONKRETEN statt dem Symbolischen zu beschäftigen. In kleineren Gruppen, die sich etwas vornehmen, was die Welt wirklich verändern kann, im Kleinen, aber Wahren. Solche impersonalisierte Arbeit kann uns helfen, unsere kollektiven Enttäuschungen in Zu-versichten zu verwandeln. Und uns daran erinnern, dass unsere heutigen Enttäuschungen untrennbar sind vom Glauben an eine bessere Welt, die wir uns selbst schulden – und einander.

Wenn man im Großen und Ganzen nicht mehr weiterkommt, hilft es, im Kleinen das Große zu finden.
Dort Verantwortung zu übernehmen, wo man kann.

Die Grundenergie der Zukunft ist die Zuversicht. Der Glaube daran, dass auch wenn etwas schlecht wird, es (wieder) besser werden kann. Diese Energie schulden wir unseren Kindern, der Welt. Aber auch uns selbst.

Die Welt wird wieder frisch, wenn wir sie mit neuen Augen sehen. Von vorn, von der wahrhaftigen Zukunft aus. Dann trollt sich das Doom-Gespenst in die Weiten des Universums.
www.theatlantic.com

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