Sieben Schritte, um Ihre Widerstandsfähigkeit als Führungskraft zu stärken

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In den letzten 15 Monaten waren Führungskräfte durch die Pandemie, die gefühlt kein Ende hatte, extrem gefordert – in all ihren Rollen: Als Teamleiterin, als Ingenieurin, als Vater und als Vorsitzender des Sportvereins.

In den letzten 15 Monaten waren Führungskräfte durch die Pandemie, die gefühlt kein Ende hatte, extrem gefordert – in all ihren Rollen: Als Teamleiterin, als Ingenieurin, als Vater und als Vorsitzender des Sportvereins.

Als Verantwortliche für eine Gruppe oder Abteilung haben Sie sich um Ihre Mitarbeitenden, deren Sorgen und Nöte gekümmert und als Experten für Ihren Fachbereich um die Erledigung und Akquise von Aufträgen trotz Pandemie und stillstehender Märkte. Als Mütter oder Väter hatten Sie über Monate Ihre Kinder zuhause und mussten auch noch für ein erfolgreiches Homeschooling sorgen – als Vorsitzender eines Sportvereins mussten Sie zunächst Kurse absagen und beim Wiederaufbau für umfassende Hygieneregeln sorgen. Und selbst in der Rolle als Führungskraft haben Sie verschiedene Rollen, wie hier zu sehen ist:

Zusammengefasst: Es waren und sind harte Zeiten - und sie können wiederkommen. Wie also können Sie als Führungskraft zukünftig mehr Widerstandskräfte entwickeln, um mit Krisen besser umgehen zu können? Wie können Sie während einer Krise Kraft schöpfen, um mit der Situation besser zurechtzukommen? 

Ich zeige Ihnen sieben Schritte, wie Sie mit Ihren Fähigkeiten und vor allem mit Ihrer Haltung Krisen positiv bewältigen können. 

  1. Lernen Sie sich selbst gut kennen: Was brauche ich, um gut zu arbeiten? Welche Bedürfnisse habe ich in all meinen Rollen? Kann ich mich selbst gut steuern? Kann ich selbst gut für mich sorgen? Und damit auch für andere? Durch gute Selbst-Kenntnis entsteht Selbst-Bewusstsein – und Sie können sich selbst stärken (allein oder unterstützt durch einen Coaching-Prozess), indem Sie Vertrauen ins Leben entwickeln, Ihr eigenes Leben als sinnvoll und beherrschbar empfinden und somit einer Krise anders entgegentreten. Indem Sie Ihre Muster kennen, die Sie aus der Kindheit mitgebracht haben und die für Ihre inneren Einstellungen verantwortlich sind – und oft für Leiden sorgen – können Sie Ihre Sicht auf Krisen zum Positiven verändern. Damit kommen Sie mit solchen Herausforderungen wie der Pandemie besser zurecht. Gleichzeitig ist es tröstend, an die Sinnfindung nach Victor Frankl zu denken: Das Leben besteht aus den drei Säulen Leistung, Lieben und Leiden – und der Freiheit als Basis.

  2. Pflegen Sie Ihren Energielevel: Finden Sie heraus, wer Ihnen Kraft gibt – im Beruf, im Ehrenamt, im Privaten. Was verleiht Ihnen und auch Ihrem Team Flügel? Wie steht es denn gerade mit Ihrem Energiehaushalt? Und wann füllt er sich? Prüfen Sie auch, wer bei Ihnen Energie raubt oder Sie aussaugt. Wer oder was sind Ihre Energieräuber? Wie blocken sie Sie und Ihr Team? Was können Sie tun, um Einfluss zu nehmen? Dieses Thema kann wunderbar in der Natur durch Kraft-Coaching (Verlinkung) geklärt werden.

  3. Nehmen Sie Dinge so an wie sie sind. Die berühmten Worte von Achtsamkeits-Meister Jon Kabat-Zinn: „Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen, auf ihnen zu reiten.“ Hier kommt nochmal das Thema Leiden: Es gehört zum Leben dazu – ein Schmerz muss zugelassen und nicht verdrängt werden. Sonst trägt man als Führungskraft seine privaten Leiden zur Arbeit, ohne darüber zu sprechen – hat dafür jedoch schlechte Laune, kann keine Ideen entwickelt oder positiv mit seinen Mitarbeitenden umgehen. Wer Widerstand gegenüber einem Schmerz entwickelt, vergrößert sein Leiden – und das der Umgebung. Akzeptanz hilft, Rückschläge und Misserfolge besser zu verarbeiten, optimistischer und lösungsorientierter zu werden – und damit krisenfester.

  4. Lernen Sie, das Glas als halb voll zu betrachten. Wer optimistisch ist – und nicht im Sinne von „die Welt rosa-rot sehen“) glaubt an sich und seine Fähigkeiten, positive Ergebnisse zu erzielen, indem er oder sie Eigeninitiative zeigt und an den Erfolg glaubt. Übrigens auch an die Fähigkeiten seiner/ihrer Teammitglieder! Optimisten handeln anstatt zu hoffen und stärken damit ihre Selbstwirksamkeit: „Ich/ wir schaffe/n das!“. Menschen, die hoffen, glauben an eine/n Retter/in – eine Illusion. Optimismus leben heißt, sich ein Ziel zu setzen, dieses zu akzeptieren, zu wissen, dass es einen Weg dorthin gibt UND wie man selbst dorthin kommt – und vor allem: Losgehen! Um Optimist zu werden, ist das Bewusstsein der eigenen Stärken wichtig, das Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten, das Gute im Schlechten zu sehen (ja, auch in einer Krise!) und das Schwerste: Dankbar zu sein, dass es nicht noch schlimmer kommt.
     
  5. Handeln Sie lösungsorientiert – Probleme und Lösungen haben kaum etwas miteinander zu tun. Das glauben Sie nicht? Versuchen Sie beim nächsten „Problem“, mit dem ein Mitarbeiter zu Ihnen kommt, sich gemeinsam sofort auf die Lösung zu konzentrieren. So lösen Sie sich vom Problem – das vielleicht gar keins war, sondern eine Situation… Lösungsorientierte Führungskräfte fokussieren sich auf Chancen und nicht auf Risiken (ohne diese außen vor zu lassen), auf alternative Herangehensweisen anstatt stur auf dem einen Weg zu beharren. Lernen Sie Ihre Möglichkeiten kennen und nutzen Sie sie, um Ihr gewünschtes Ziel zu erreichen. Dazu gehört auch die Fähigkeit zu priorisieren und das Bewusstsein Ihrer Stärken und Fähigkeiten.

  6. Sorgen Sie für gute Beziehungen zu anderen Menschen – auf neudeutsch Networking. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen Kontakte und Bindungen, um gemeinsam Lösungen zu finden, vor allem, um aus einer Krise herauszukommen. Wer sich auf sein Netzwerk verlassen kann – egal ob privat, beruflich oder im Verein, kann seine Widerstandskraft stärken und gewinnt neue Informationen dazu. Auch für Unternehmen ist Networking hilfreich – es stärkt die Resilienz von Organisationen, macht sie stabiler in Krisen und sorgt für ein besseres Betriebsklima. Achten Sie jedoch auf Energieräuber (siehe Schritt 2) – geben und nehmen muss in Balance sein.

  7. Nehmen Sie Ihr Leben aktiv in die Hand und gestalten Sie es selbst – und lassen sich nicht von anderen vorschreiben, wie Sie es leben sollen. Wissen Sie, was Ihnen wichtig ist, worüber Sie sich definieren und wie Sie wirken wollen? Dahinter stecken Ihre Werte und Stärken, Ihre Ziele und Visionen für Ihr Leben. Wofür stehen Sie, wofür setzen Sie sich ein? Tun Sie die Dinge, die Sie gern tun und Ihnen wichtig sind? Sind Sie mit Menschen zusammen, die Ihnen Energie geben? Sorgen Sie gut für sich selbst? Setzen Sie sich selbst Ziele, was Sie in Ihrer verbleibenden Lebenszeit erreichen möchten – nicht im Sinne eines großen Ehrgeizes, sondern im Sinne Ihre Wünsche, Werte und Selbstfürsorge. 

Denn dazu hat die Pandemie geführt: Dass sich viele Menschen über ihr Leben Gedanken gemacht haben: Will ich so weiterleben? Was möchte ich anders machen? Was ist der Sinn meines Lebens? Wofür bin ich hier?

Gerade Sie als Führungskraft mit Ihren vielen Rollen sollten sich jetzt ein Innehalten gönnen und sich neu justieren, um Ihre Widerstandskraft für die nächste Krise zu stärken. Unternehmen können ihre Führungskräfte dabei unterstützen, indem sie ihnen Coaches - oder für jüngere Führungskräfte Mentoren - vermitteln, die sie einige Zeit begleiten. Denn die Investition in die Widerstandskräfte ihrer Führungskräfte lohnt sich – spätestens in der nächsten Krise. Und diejenigen von Ihnen, die nicht das Glück haben, von ihrem Unternehmen unterstützt zu werden? Die stärken ihre Widerstandskraft selbst und gönnen sich einen Coaching-Prozess – wer weiß, was dort noch Interessantes entsteht, das Ihr Leben positiv beeinflusst? Viel Freude beim Entdecken!

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